So arbeiten Netze und E-Mobilität Hand in Hand

Digitalisierung, autonomes Fahren und E-Mobilität sind wichtige Treiber für die Verkehrswende. Die deutschen Automobilhersteller investieren schon heute in das Thema: Allein Volkswagen plant mit 91 Milliarden Dollar, Daimler gibt Gesamtinvestitionen von 42 Milliarden Dollar für E-Autos an. Elektromobilität startet durch.

Elektromobilität boomt

2018 wurden nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie insgesamt rund 200.000 Elektroautos zugelassen. Derzeit bieten deutsche Hersteller 29 Modelle an – hinzu kommen weitere Modelle internationaler Hersteller.

Zahlreiche Förderprogramme auf EU-, Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind Treiber der Entwicklung. Grundlage dafür ist das Elektromobilitätsgesetz. Demnach dürfen Kommunen selbst entscheiden, wie sie Elektroautos begünstigen wollen, beispielsweise durch kostenfreie Parkplätze oder Ladesäulen. Auf Neufahrzeuge erhält man einen Umweltbonus und die Autos sind von der Kfz-Steuer befreit. Elektrische Dienstwagen erhalten seit Jahresbeginn eine Steuervergünstigung gegenüber Autos mit Verbrennungsmotor.  Außerdem investiert die Bundesregierung 300 Millionen Euro in den Aufbau einer öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur.

Intelligente Lösungen gefragt

Dennoch: Die vollständige Elektrifizierung des Verkehrs ist eine große Herausforderung. Nicht zuletzt für die Stromnetze, die in Zukunft enormen Lastspitzen ausgesetzt sein werden. Zwar sind wir aktuell von überlasteten Netzen durch die ansteigende Anzahl an Elektroautos noch weit entfernt. Schwierig könnte es aber für die Netze dann werden, wenn viele Autos zur gleichen Zeit in einem Ort aufgeladen werden sollen: Denn in Deutschland teilen sich 50 bis 200 Haushalte einen Ortsnetztrafo, der die Spannung von 10.000 oder 20.000 Volt auf 230 Volt verringert. Damit kommt der Strom aus der Steckdose. Die dahinterliegenden Kabel können aber nur eine begrenzte Menge Strom transportieren.

Lastspitzen frühzeitig identifizieren

Intelligent gesteuerte Elektrofahrzeuge können jedoch mit ihren Batterien die Schwankungen von Wind- und Sonnenkraft künftig ausgleichen und so den Ausbau und die Marktintegration erneuerbarer Energien unterstützen. Daneben können Netzbetreiber sowie Städte und Kommunen das innogy-Prognosetool e-prognosis einsetzen, um die Nachfrage für Elektromobilität in ihrem Gebiet zu erkennen und potentielle lokale Lastspitzen frühzeitig zu identifizieren. Es basiert auf Marktforschungs-, Gewerbe- und Infrastrukturdaten und  enthält Szenarien für die Zukunft der E-Mobilität. Die Dateien geben Aufschluss über die errechnete Anzahl von Ladepunkten, die künftig für das Stromtanken benötigt werden – übersichtlich aufgeteilt in private, gewerbliche, halböffentliche und öffentliche Elektroladestationen. So verbessert e-prognosis die Netzplanung.

Stromnetze bedarfsgerecht ausbauen

Auch mit dem Netzscreening von innogy kann in kritischen Netzbereichen überprüft werden, wie der Zustand im Niederspannungsnetz ist  und der Ausbau des Stromnetzes bedarfsgerecht geplant werden. Intelligente Messsystemeanalysieren und dokumentieren minutengenau die Last- und Einspeisesituation in einem Versorgungsgebiet. So können Netzbetreiber ihre Netze optimal auf die Energiewende ausrichten.