Der Solardeckel ist abgeschafft

Übersicht zur Abschaffung des Solardeckels

Am 3. Juli 2020 hat der Bundesrat die Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels, kurz PV-Deckel oder Solardeckel, beschlossen. Mitte Juni hatte sich der Bundestag bereits auf die Abschaffung des Solardeckels geeinigt. Wäre der Solardeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht abgeschafft worden, hätte dies insbesondere die Förderung von kleineren und mittleren Solaranlagen gefährdet.

Die Solarbranche wertet die Abschaffung des 52-GW-Solardeckels im EEG als Beseitigung einer der größten Marktbarrieren der Solarisierung und ein wichtiges Signal der Bundesregierung für eine nachhaltige Klimapolitik.

Was genau ist der Solardeckel?

2012 hatte die Bundesregierung im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen, dass die Solarförderung ausläuft, sobald die Gesamtzahl aller durch die EEG-Vergütung geförderten PV-Anlagen in Deutschland eine installierte Leistung von 52 Gigawatt erreicht. Für jede Solaranlage, die nach Erreichen dieses Solardeckels gebaut worden wäre, hätte es keine Förderung mehr gegeben.

Ziel der Deckelung war es damals, die Kosten des Zubaus im Bereich Solarenergie zu begrenzen. Das sei aber bereits erreicht worden, argumentierte der Bundesrat: Die EEG-Fördersätze für neue Photovoltaik-Anlagen wären inzwischen so stark gesunken, dass der Solardeckel überflüssig sei.

Die Bundesregierung hatte bereits in ihrem Klimaschutzplan 2030 die Aufhebung des 52-Gigawatt-Deckels angekündigt und im Herbst 2019 in einer Stellungnahme noch einmal bestärkt, die Streichung des Deckels in einem eigenen Gesetzgebungsvorhaben in den Bundestag einbringen zu wollen.

Sowohl Initiativen aus der Solar- und Immobilienbranche, aber auch das Engagement von Bürgern, die mit einer eigenen Solaranlage die Energiewende vorantreiben wollen, haben ebenfalls zur Abschaffung des Solardeckels beigetragen. Ein großer Kritikpunkt war, dass ein Weiterbestehen des Solardeckels ein widersprüchliches Signal in Bezug auf den Klimaschutz gewesen wäre, da erneuerbare Energien wie Solarstrom eine tragende Säule der Energiewende darstellen. Zudem nehmen sowohl die Akzeptanz in der Bevölkerung als auch die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Anlagen seit Jahren zu. Das Hinauszögern der Abschaffung des Solardeckels wurde auch vor dem Hintergrund verschiedener nationaler und internationaler Abkommen für den Klimaschutz, darunter auch das Pariser Klimaabkommen von 2015, als rückwärtsgewandt kritisiert.

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Entscheidung sorgt für Erleichterung in der Wirtschaft

Die Solarbranche und die Energiewirtschaft reagierten erleichtert auf den Beschluss des Bundestages, den Solardeckel aufzuheben. Denn nach Berechnungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft wird die installierte Solarstromleistung in Deutschland schon im Juli 2020 den Wert von 52 Gigawatt erreichen. Wäre der Förderstopp dann tatsächlich eingetreten, hätte die Nachfrage nach Solaranlagen drastisch einbrechen und somit massive Schäden in der Solarwirtschaft anrichten können. Nach Einschätzung von Energieexperten hätte sich der Solarmarkt in Deutschland mehr als halbiert.

Die Solarbranche begrüßt die Abschaffung des Förderdeckels als einen wichtigen Schritt hin zu einer wirklich nachhaltigen Politik und Energieversorgung. Die Solarisierung der Energieversorgung müsse jedoch durch den Abbau weiterer Marktbarrieren noch in diesem Jahr deutlich beschleunigt werden, fordert der Bundesverband Solarwirtschaft. So könnte die Solar- und Speicherbranche deutlich stärker dazu beitragen, dass die Klimaziele im Stromsektor erreicht werden und die Versorgungssicherheit kosteneffizient gewährleistet wird. An erster Stelle weiterer Empfehlungen, um die Klimaziele 2030 zu erreichen und eine Erzeugungslücke infolge des Atom- und Kohleausstiegs zu vermeiden, steht daher eine Verdoppelung des Photovoltaik-Ausbautempos im Jahr 2021 und eine Verdreifachung der jährlich installierten PV-Leistung ab 2022.

Förderung von Solaranlagen ist gesichert

Der Solardeckel hatte vor allem das Interesse von Privatpersonen ausgebremst, mit der eigenen Solaranlage nachhaltigen Strom zu erzeugen. Mit der Abschaffung des Solardeckels sendet die Politik jetzt ein wichtiges Signal für den Klimaschutz und die Energiewende in Deutschland. Denn jetzt ist gesichert, dass die Förderung für Solaranlagen auch weiterhin besteht.

Der Anteil der erneuerbaren Energien soll laut Zielsetzung der Bundesregierung bis 2030 auf 65 Prozent des Stromverbrauchs steigen. Gleichzeitig wird die Stromnachfrage aufgrund von neuen Technologien zum Beispiel wie Elektromobilität voraussichtlich ansteigen.

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Solardeckel abgeschafft – Was ändert sich für Unternehmen und Privatpersonen

Für Hausbesitzer bedeutet die Abschaffung des Solardecks bessere Planungs- und Investitionssicherheit. Die eigene Solaranlage bleibt damit eine lohnende Investition die Zukunft. PV-Anlagen werden auch dann weiterhin gefördert, wenn die Photovoltaik-Erzeugung in Deutschland die 52-Gigawatt-Marke erreicht hat. Da der Solardeckel jetzt aufgehoben wurde, können die geltenden Vorschriften des EEG unverändert weiter bestehen und die gesetzliche Vergütung für Photovoltaik-Strom im Anlagensegment bis 750 Kilowatt Peak darf weiterhin in Anspruch genommen werden.

Durch die Streichung des Solardeckels aus dem EEG kann der Photovoltaik-Ausbau besser vorangetrieben werden. Selbst wenn sich ein hoher Solarstrom-Eigenverbrauch und damit eine hohe Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz wirtschaftlich oftmals mehr lohnt, ist die Förderung von PV-Strom in Form der Einspeisevergütung für viele Hausbesitzer auch weiterhin ein Anreiz in eine eigene PV-Anlage zu investieren.

Je nach Größe der PV-Anlage erhalten Betreiber pro Kilowattstunde ins öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom eine Einspeisevergütung oder im Falle der Direktvermarktung eine Marktprämie. Beides - die Marktprämie und die Einspeisevergütung - richten sich nach dem sogenannten, gesetzlich festgelegten „anzulegenden Wert“. Auch nach Streichung des 52-GW-Solardeckels wird der anzulegende Wert für den Strom aus neuen PV-Anlagen in den kommenden Jahren mit einem zunehmenden PV-Ausbau jedoch weiter kontinuierlich sinken.