Datensicherheit in der Elektromobilität

Projekt DELTA entwickelt Schutzprofile

Auf einer Platine ist das stilisierte Logo eines Autos zu sehen, auf dessen Dach die drei Balken für WLAN-Empfang leuchten.

In der Energiewelt von morgen werden Elektroautos nicht nur von A nach B fahren, sondern noch ganz andere Aufgaben übernehmen. Sie können zum Beispiel als Zwischenspeicher für den selbst produzierten Solarstrom dienen oder – sobald sie in größerer Anzahl an Ladestationen angeschlossen sind – bei Engpässen zu Stromlieferanten werden und dabei helfen, das Netz stabil zu halten. Dazu werden sie in einem viel höheren Maß als heute vernetzt sein und mit ihrer Umgebung kommunizieren. 

An der Ladestation fließen Strom und Daten

Datensicherheit und eine Datenkommunikation nach festgelegten Regeln spielen dabei eine essenzielle Rolle. Diese ist bisher aber nur zwischen dem Elektrofahrzeug und der Ladesäule über einen internationalen Standard (ISO 15118) normiert. Alle anderen Kommunikationsstränge jedoch, die zu Energieversorgern, Netzbetreibern, Flottenmanagern oder Drittanbietern, sind noch nicht exakt definiert. Bisher ist der Betreiber der Ladesäulen gewissermaßen der Hüter aller Daten. An dieser Stelle setzt das Projekt DELTA an, ein Förderprojekt (2016 bis Ende 2018) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Unter Leitung von innogy entwickeln sieben Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Normung sogenannte Schutzprofile. Welcher Marktteilnehmer in der Elektromobilität darf mit der Ladestation überhaupt kommunizieren? Welche Informationen werden ihm zur Verfügung gestellt, und was für Sicherheitsstandards müssen dabei eingehalten werden, damit der E-Mobilist nicht zum „gläsernen Kunden“ wird? All das ist rechtlich bislang noch nicht geregelt. 

Hier fehlt es an Normen und Gesetzen. Beim Smart Meter gibt es zum Beispiel ganz konkrete Richtlinien. So etwas haben wir in der Elektromobilität noch nicht.
Marcel Jelitto, Projektleiter DELTA bei innogy

DELTA entwickelt die Ladesäule der Zukunft

Die Schutzprofile muss man sich wie Ventile vorstellen, die im Sinne des Verbrauchers und im Interesse der Marktteilnehmer die Datenströme steuern.
„Wir stellen den Schutzbedarf fest“, sagt Marcel Jelitto, Projektleiter bei innogy. „Auf Basis dieser Analyse bestimmen wir dann, wie die Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern tatsächlich aussehen sollte, um die personenbezogenen Daten der Verbraucher zu schützen.“ Im Anschluss daran entwickelt innogy zusammen mit den Partnern den Prototyp einer zukunftsweisenden Ladesäule und erstellt Handlungsempfehlungen für Produkthersteller und Gremien. „Wir leisten Vorarbeit und schlagen unsere Ergebnisse dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor“, sagt Marcel Jelitto. Vorarbeit, die im Idealfall ihren Niederschlag in Gesetzen findet und damit die Elektromobilität sicherer macht.

 

Eine Infografik erklärt die Arbeit von DELTA: Das Projekt entwickelt Schutzprofile, um die IT-Sicherheit auch für die Datenkommunikation in der Elektromobilität zu standardisieren.

 

Der Ausbau der Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Die Standardisierung hat noch einen anderen Vorteil. Sie öffnet den Markt. Um die Datensicherheit zu gewährleisten, haben Ladestationenhersteller und Betreiber bisher geschlossene private Netzwerke gebildet. Sind die Rechtsnormen für alle potenziellen Marktteilnehmer klar, ist eine solche Abschottung nicht mehr nötig. Der Ausbau der Elektromobilität kann Fahrt aufnehmen.  

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