Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG

Die RADAG – unser Power-Paket in Zahlen

Das alte Rheinkraftwerk sorgt seit 1933 für grünen Strom.

1400 Kubikmeter Wasser rauschen pro Sekunde durch das RADAG-Rheinkraftwerk in Albbruck. Das entspricht dem täglichen Wasserverbrauch einer Kleinstadt. Oder genügt, um beispielsweise den Rasen des Berliner Olympiastadions rund zehn Mal gründlich zu gießen. Diese Wassermassen treiben die Turbinen an und erzeugen so Energie. Dank neuer Maschinen und neuer Technik durchschnittlich 660 Millionen Kilowattstunden beziehungsweise 660 Gigawattstunden (GWh) im Jahr. Damit können rund 200.000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden. 

Wasserkraft ist weltweit eine der wichtigsten regenerativen Energiequellen. Seit 1980 hat sich die Menge an Strom, die mit Wasserkraft erzeugt wird mehr als verdoppelt. Besonders der Energiehunger der Schwellenländer treibt den Ausbau von Wasserkraftwerken voran.

 
Norwegen führt bei der Nutzung von Wasserkraft

Auch in Europa spielt Strom aus Wasserkraft eine große Rolle. Laut der europäischen Statistikbehörde Eurostat stammen 14 Prozent der grünen Energie in den 28 Mitgliedstaaten aus Flüssen und Stauseen.

Allein in Norwegen wurden im Jahr 2016 rund 12,3 Millionen Tonnen Rohöleinheiten Energie mittels Wasserkraft erzeugt. Eine Rohöleinheit entspricht der Menge Energie, die beim Verbrennen von einem Kilo Öl entsteht. Damit ist das skandinavische Land Spitzenreiter in punkto Wasserkraft. Auf Platz zwei folgt die Türkei mit 5,8 Millionen Tonnen, Schweden belegt mit 5,3 Millionen Tonnen den dritten Rang. Im europaweiten Vergleich belegt Deutschland mit 1,8 Millionen Tonnen Energie Platz acht.

Während beispielsweise in der Schweiz, Indien oder China ein Großteil der Energie durch Stauseen und ihren Speicherkraftwerken gedeckt wird, gibt es in Deutschland wegen der fehlenden Hochgebirge kaum Speicherkraftwerke oder Pumpspeicherkraftwerke, die Wasser von einem Stausee in einen anderen pumpen können. Hierzulande kommt die Energie aus Laufwasserkraftwerken, die die Höhenunterschiede von Flüssen nutzen. Davon hat Deutschland nun einmal deutlich mehr als Hochgebirge.

Der Süden Deutschlands ist Wasserkraftkönig

2016 wurden in Deutschland etwas mehr als 20 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft erzeugt. Im ersten Halbjahr 2018 waren es acht Milliarden. 

Der Löwenanteil – nämlich mehr als 80 Prozent – kommt dabei aus dem Süden des Landes, nämlich aus Bayern und Baden-Württemberg. Die Berge mit ihrem größeren Gefälle vereinfachen die Energiegewinnung: Je größer die Fallhöhe, desto mehr Energie. Wie bei unserem am Hochrhein gelegene Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG) an der Schweizer Grenze. Es ist sogar eines der größten Laufwasserkraftwerke Europas. Während das alte Rheinkraftwerk bereits seit 1933 Strom erzeugt, nahm das RADAG Wehrkraftwerk erst im Dezember 2009 den Dienst auf – sechs Jahre nach Erteilen der Baugenehmigung.

Aber natürlich gibt es auch im platten Norden und im hügeligen Westen Deutschlands Wasserkraftwerke.

Unsere Power-Pakete: Die Kraftwerke im Vergleich

 

70 Millionen Euro hat die RADAG in das neue Wehrkraftwerk investiert. Mehr als vier Millionen Euro flossen in Maßnahmen zum Umweltschutz. Entlang des Wasserkraftwerks ist zum Beispiel ein 15 Meter breites, 800 Meter langes Umgehungsgewässer für Fische und andere Flussbewohner entstanden. Außerdem dienen neu angelegte Kiesinseln und Steine als Lebensräume für verschiedene Tiere wie Ringelnattern, Fledermäuse und Nachtigallen.

Vier Millionen Euro für den Umweltschutz.

Für Lachse auf Wanderschaft gibt es zum einen eine Rampe, über die sie das Kraftwerk umschwimmen können als auch die Collection Gallery mit anschließender „Fischtreppe“ direkt am Turbinenauslauf. Hier werden besonders strömungsliebende Fische angelockt und über eine Querverbindung in das Umgehungsgewässer gebracht.

Nach über 80 Jahren im Dauerbetrieb ist es für das Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG) Zeit für eine Generalüberholung.

Ein Großteil der Kosten entsteht jedoch, weil Wasserkraftwerke immer Unikate sind. Für jedes Kraftwerk müssen die Turbinen maßgeschneidert werden, denn überall unterscheiden sich Wasserdurchfluss oder Fallhöhe der Anlagen. 

Moderne Turbinen für eine alte Form der Energie.

Der Wirkungsgrad heutiger, moderner Turbinen ist übrigens nur um zehn Prozent höher als der der ursprünglichen Turbinen aus dem Jahr 1933. Das liegt daran, dass Wasserkraft schon damals eine sehr ausgereifte Technologie und gut erforscht war. Heutige Strömungsingenieure hatten also nicht viel zu verbessern.

Kanalkraftwerk vs Wehrkraftwerk: die Leistung der Kraftwerke im Vergleich.

Für das Rheinkraftwerk wurde im Jahr 2003 eine neue Konzession erteilt. Diese Betriebserlaubnis endet am 31. Dezember 2072. Hochgerechnet hat das Werk seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1933 bis heute bereits ca. 50 Milliarden kWh Strom erzeugt. Geht man davon aus, dass es noch bis zum Jahr 2072 weiter betrieben wird, werden es insgesamt ca. 85 Milliarden kWh sein. Das reicht, um fast 27 Millionen drei-Personen-Haushalte oder das Bundesland Bayern ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

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