Photovoltaik-Inspektion aus der Luft

Das Start-up ucair checkt Solaranlagen per Drohnen

Eine Kamera-Drohne schwebt über einem mit Solarpanelen bestückten Hausdach.

Ein Plakat an der Wand des ucair-Büros zeigt die Geschäftsidee des Berliner Start-ups: Eine Kamera-Drohne schwebt über einer breiten Fläche mit Solarpanelen. ucair inspiziert Photovoltaikanlagen per Flugthermografie. Kopter übernehmen die Arbeit von Technikern mit Hebebühnen und Handkameras. „Um diese Aufnahmen zu machen, nutzen wir ein Netzwerk mit rund 50 zertifizierten Drohnenpiloten von Rostock bis Konstanz“, sagt der 26-jährige Marian Krüger, einer der beiden ucair-Geschäftsführer. Der Andere ist Christian Shuster und gemeinsam haben sie im innogy Innovation Hub Lösungen zur Ertragssteigerung von Photovoltaikanlagen gesucht. Das Ergebnis: ucair – entwickelt in rund acht Monaten von der Projektidee bis zur Marktreife.

Für die Auswertung der Daten arbeiten die Gründer gemeinsam mit Photovoltaik-Experten an eigenen Analyse-Tools. „Der Kunde erhält einen Report mit Empfehlungen, welche Reparaturen notwendig sind, um den maximalen Ertrag zu erreichen“, erklärt Shuster.

Christian Shuster, Geschäftsfüher von ucair
Christian Shuster entwickelte das ucair-Geschäftsmodell gemeinsam mit Marian Krüger im innogy Innovation Hub
Kein Sonnenstrahl soll wegen defekter Solarzellen vergeudet werden.
Christian Shuster, Geschäftsführer ucair

Und es gibt viel zu tun: Laut Studien und Schätzungen von Gutachtern weisen 80 Prozent aller Solaranlagen in Deutschland Schäden auf. Shuster zeigt Thermografie-Aufnahmen aus der Praxis: Bunte Farbfelder weisen auf Zellbrüche hin, die etwa durch Hagel verursacht werden können. Andere lassen auf defekte Wechselrichter oder Steckverbindungen schließen. „Seit August 2016 konnten wir unserer Kunden Ertragspotenzial von mehr als 90.000 Euro aufzeigen“, sagt der 31-Jährige. „Und wenn wir keine Defekte finden, freuen sie sich, dass sie einen Überblick über den technischen Zustand ihrer Anlage haben.“

Erste Ausgründung aus dem innogy Innovation Hub

Das Start-up ucair ist die erste Ausgründung aus dem innogy Innovation Hub, das den Aufbau innovativer digitaler Geschäftsmodelle für die Energiewirtschaft unterstützt. Ausgestattet mit einer Million Euro Startkapital ist ucair seit Mitte Februar im Berlin Hub vom innogy Innovation Hub ansässig. Das fünfköpfige Team teilt sich die Räumlichkeiten eines ehemaligen Fitnessstudios im Stadtteil Schöneberg mit anderen Gründern. 

Und wie fühlt man sich auf eigenen Beinen? „Alles sehr spannend. Allein in den nächsten Wochen befliegen wir Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 30 Megawatt“, sagt Marian Krüger und scrollt durch seinen Terminkalender.

Mit einer installierten Gesamtkapazität an Solar-Anlagen von 40 Gigawatt bildet Deutschland einen idealen Startmarkt für ucair.
Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation bei innogy

„Auch nach der Ausgründung sind wir eng mit innogy verbunden, etwa mit dem Netzservice und den Regionalgesellschaften“, erklärt Shuster. „Während wir weiter mit den Vertriebsteams zusammenarbeiten können, profitiert innogy von unseren Erfahrungen, zum Beispiel beim Aufbau einer digitalen Plattform.“

Die Ziele der ucair-Chefs für die nächsten fünf Jahre sind ehrgeizig: „Wir möchten in andere Länder expandieren. Dafür ist unser Netzwerk-Modell prädestiniert“, sagt Marian Krüger.

Bei innogy glaubt man an den Erfolg des Ausgründungs-Debutanten. „Die Skalierbarkeit eines innovativen Geschäftsmodells ist ein zentrales Kriterium für die Auswahl der Start-ups, die wir fördern“, sagt Thomas Birr, Senior Vice President Innovation & Business Transformation bei innogy.

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