Neues System läuft stabil

SmartPool verknüpft Netz und Vertrieb

Aus einer einzelnen Idee ist im Laufe der Zeit bei innogy eine nützliche Sache für viele Unternehmensbereiche und unsere Kunden  geworden. SmartPool heißt die Idee – und ist heute ein funktionierendes System, um Strom zur richtigen Zeit an die richtige Stelle zu bringen.

Der SmartPool ist eigentlich nichts anderes als eine Datenplattform. Verarbeitet werden Informationen über Energie-Erzeugungsanlagen. Photovoltaik, Wind, Biogas und natürlich konventionelle Anlagen liefern ihre Daten darüber, wie viel Energie sie gerade erzeugen. Das Wissen hilft dabei, den Strom zu vermarkten. 

„Bis hierhin ist es ein sogenanntes virtuelles Kraftwerk“, erklärt Martin Kramer, Initiator des SmartPools. „Wir haben uns aber gefragt, wie dieses Wissen auch im Netzbetrieb nützen kann.“

Martin Kramer

Viele Möglichkeiten

„Als wir angefangen haben, darüber zu reden, wurde uns erst klar, welche Möglichkeiten wir haben“, erzählt Martin Brochtrop, der in Arnsberg für die Netzführung bei der innogy-Tochter Westnetz verantwortlich ist. Mit dem Wissen, wann welche dezentrale Erzeugungsanlage Energie ins Netz einspeist, können die Netzführer die Energieflüsse viel besser steuern.

Martin Bochtrop

Ein Praxisbeispiel: Kommt es zu Störungen, helfen sich Netzbetreiber gegenseitig, um das Netz stabil zu halten und Stromausfälle zu vermeiden. Im Ernstfall müssen zum Beispiel bei zu hoher Einspeisung aus erneuerbaren Energien ins Netz Anlagen in der Leistung reduziert werden – abregeln nennt man das. „Mit unseren Erkenntnissen aus dem SmartPool können wir das sehr schnell machen“, erklärt Martin Brochtrop. „Wir bieten das auch dienstleistend für Stadtwerke an. Das Interesse ist bereits groß.“

Auch Stadtwerke nutzen SmartPool

Martin Hinse

Das kann Martin Hinse nur bestätigen. Er ist im Vertrieb der innogy zuhause und hat so regelmäßigen Kontakt zu seinen Kunden. „Neben Anlagenbetreibern schließen auch Stadtwerke ihre Kunden an den SmartPool an, wir bei innogy übernehmen den Rest“, erklärt er. Selbst einen SmartPool aufzubauen, wäre für ein Stadtwerk aufgrund der oft geringen Kundenzahl viel zu aufwendig. Gemeinsam mit innogy lohnt sich das und das Stadtwerk kann selbstständig mit dem SmartPool agieren. Bei der innogy Metering werden die Daten aus dem SmartPool veredelt und für den Markt und die Kunden bereitgestellt.

Genaue Prognosen

Smart-Pool
Smart-Pool

Für jede angeschlossene Erzeugungsanlage erstellt SmartPool eine Prognose über die Erzeugungsleistung, die zu erwarten ist. Diese Energiemengen kann das innogy-Portfoliomanagement vermarkten. Denn, wichtig für die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen: Um Fördergelder zu erhalten, müssen sie am Markt teilnehmen. Verpflichtende Direktvermarktung nennt sich das. „Die Prognosen sind so gut, dass das Gleichgewicht im Netz viel besser gehalten werden kann“, erklärt Hinse. Denn die zunehmende dezentrale Einspeisung von Energie machte es den Netzführern in der Vergangenheit schwer. So leistet der SmartPool einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

„Der SmartPool macht viele andere Steuerungssysteme überflüssig“, erklärt Martin Kramer. Und die Möglichkeiten sind noch lange nicht ausgeschöpft. „Es ist vorstellbar in Zukunft Netzleitstellen mit Ladesäulen für Elektroautos zu koppeln“, so Kramer. „Dann können wir auch den Verkehrssektor einbeziehen.“

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