Smart Operator

Flexible Netze für dezentrale Erzeuger

Mehr Eigenproduktion privater Haushalte

Energie kannte früher nur eine Richtung. Der in Kraftwerken erzeugte Strom floss wie in einer Einbahnstraße durch die Netze zum Verbraucher. Mit der Energiewende gibt es nun „Gegenverkehr“, der deutlich zunimmt. Immer mehr Haushalte verbrauchen nicht nur Strom, sie produzieren ihn auch. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach oder das Mikro-Blockheizkraftwerk im Keller machen es möglich. Der wachsende Anteil dezentraler Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen erfordert einen Um- und Ausbau der Netze. Denn der Stromertrag aus Wind und Sonne ist wechselhaft und lässt sich nicht genau planen. Deshalb müssen die Stromnetze flexibler werden, um trotz dieser Schwankungen stabil zu bleiben.

Eine Möglichkeit ist die technologische Aufrüstung bestehender Netze. So testen wir im Projekt Smart Country die effiziente Integration von mehr Erneuerbarer Energie in die Verteilnetze. Ein weiterer Baustein ist die intelligente Netzsteuerung vor Ort durch den Smart Operator. Die praktischen Erkenntnisse dazu liefern innovative Modellprojekte.

Clevere Netze und effiziente Stromnutzung

Ein Techniker hält einen Smart Operator in der Hand.
Der kleine Smart Operator ist Schaltstelle zwischen den Haushalten einer Wohnsiedlung und dem örtlichen Verteilnetz.

Wir entwickeln neue Konzepte und Technologien, welche die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der Netze steigern. Eine richtungsweisende technische Lösung für Ortsnetze ist der Smart Operator. Er arbeitet als autonome Schaltstelle im Netz, die Stromangebot und -nachfrage kontinuierlich erfasst, aufeinander abstimmt und die Spannungsqualität hält.

Der Smart Operator ist eine Schaltstelle zwischen den Haushalten einer Wohnsiedlung und dem örtlichen Verteilnetz. Er optimiert den Stromfluss und stabilisiert so das Netz. Dabei wertet der Smart Operator Daten innerhalb eines Ortsnetzbereiches kontinuierlich aus und errechnet daraus Prognosen zum Stromangebot und -bedarf. So werden Informationen von Erzeugungs- und Verbrauchsstellen innerhalb des Gebietes aufeinander abgestimmt, und auf Prognoseabweichungen wird mit kurzfristigen Maßnahmen reagiert.

Sechs Fragen zum Smart Operator

Projektleiter Stefan Willing antwortet

  • Was verstehen Sie unter einem Smart Operator?

    Der Smart Operator ist ein taschenbuchgroßes Modul, vergleichbar mit einem kleinen Computer. Installiert in Ortsnetzstationen des lokalen Stromnetzes, bündelt dieses Gerät alle wesentlichen Informationen aus dem Niederspannungsnetz, an dem auch die Haushalte angeschlossen sind: Wie viel Strom steht aktuell zur Verfügung? Wie viel wird nachgefragt? Stehen Stromspeicher zur Verfügung, wie beispielsweise Batterien oder an eine Ladestation angeschlossene Elektroautos? Welche Leistung bieten Photovoltaikanlagen auf dem Hausdach?

Pilotprojekte mit dem Smart Operator

  • Schwabmünchen

    Die Lechwerke bauen das erste intelligente Stromnetz innerhalb ihres Netzgebiets auf: In der Siedlung Wertachau, einem Ortsteil der Stadt Schwabmünchen, entsteht innerhalb des Pilotprojekts „Smart Operator“ das Stromnetz der Zukunft. Mehr als 100 Haushalte beteiligen sich daran.

    Der Smart Operator ist seit Juli 2014 in das Stromnetz der Siedlung Wertachau integriert. Seitdem läuft der Feldtest. Parallel dazu wird das Netz um weitere Bausteine wie Energiespeicher, Wärmepumpen und intelligente Haushaltsgeräte erweitert.

    Beobachtung eines Ortsnetzes, Optimierung mittels intelligenter Netzkomponenten und smarter Haustechnik.

    • Mehr als 100 Haushalte, 25 mit intelligenten Haushaltsgeräten
    • 23 Photovoltaikanlagen mit 160 kWp Erzeugungsleistung
    • zehn Nachtspeicherheizungen, acht elektrische Warmwasserspeicher
    • Kommunikationsnetz über Glasfaser

Die innogy-Projektpartner

  • Hoppecke

    Hoppecke

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