Digitale Zeiten

Wie Big Data eine innovative Energieversorgung fördert

Digitale Zeiten

Als Kind war Els Descheemaeker, Innovation Manager bei innogy, ein Fan der Zeichentrickserie ‚The Jetson‘. Dass deren futuristische Cartoon-Welt je Wirklichkeit werden würde, hat sie nicht mal damals gedacht. Seit Haushaltsroboter, 3D-Drucker für Lebensmittel und Auslieferungen per Drohne am Machbarkeits-Horizont auftauchen denkt sie durchaus anders: Unsere Welt wird bald mit den fiktiven Technologien der Jetsons mithalten können und sie noch übertreffen.

Und wer könnte das besser beurteilen als sie. Els Descheemaeker ist Innovation Manager und arbeitet an der Implementierung neuer Technologieformate in der Energiebranche.

„Alle sprechen von Big Data, weil die Welt zunehmend von digitalen Technologien und Daten gesteuert wird“, so Descheemaeker. „Doch die Digitalisierung eines Unternehmens funktioniert nur ganzheitlich. Eine Person oder ein Projekt genügen nicht.“

Ein personalisierter Ansatz

Big Data wirkt sich unter anderem auf die Kommunikation einer Marke mit ihren Kunden aus, die selbstverständlich nur Interesse an Informationen haben, die für sie relevant sind. „Die richtigen Inhalte müssen die richtigen Personen zur richtigen Zeit erreichen“, erklärt Descheemaeker. Um das zu bewerkstelligen, muss man die Erwartungen des Kunden immer genau kennen, damit die bereitgestellten Informationen stets präzise bleiben, erläutert sie. Der Schlüssel ist Big Data.

Das Team in einem von Descheemaekers großen Projekten hat angefangen, personalisierte Videos an Kunden zu verschicken, bevor sie ihre Stromrechnung erhalten. Auf den Testmärkten hat das vermehrt zu Upselling, Vertragsverlängerungen sowie einem erhöhten Net Promoter Score geführt.

Erneuerbare Energien – bequem und einfach

Um in der Technologie- und Data Science-Community auf dem Laufenden zu bleiben, nimmt Descheemaeker unter anderem an Hackathons und Start-up-Events teil, immer auf der Suche nach den nächsten großen Ideen der VIPs der digitalen Szene. Ein Beispiel: Eine neue App analysiert ein Dach, auf dem das Smartphone platziert wird, auf Größe und Neigungswinkel, seine Ausrichtung zur Sonne sowie seinen geografischen Standort. Auf Grundlage dieser Daten kann die App ermitteln, wie viele Solarzellen auf dem Dach installiert werden müssen, deren Rentabilität berechnen und einen Anruf-Link für weitere Informationen zur Verfügung stellen.

„Es geht darum, dem Kunden die Arbeit so leicht wie möglich zu machen“, erklärt Descheemaeker. „Für den Endkunden ist es schwierig, all diese Aufgaben selbst zu übernehmen. Derartige Ausschreibungen sind inspirierend, weil Studenten eine neue Sicht auf die Dinge entwickeln.“

Die Macht der Zahlen

Descheemaeker ist der Meinung, dass Kollaboration unerlässlich ist, um mit den schnellen Entwicklungen auf dem Markt mitzuhalten. Einige etablierte Firmen haben es damit jedoch nicht eilig.

Sie vergleicht Innovation mit dem Spielen im Matsch. Es macht Spaß und weckt den Forscherdrang, doch es kann auch schwierig sein, und wer an traditionellen Unternehmensmodellen festhält, kann stecken bleiben. Im Innovation Hub von RWE vernetzen sich Projektentwickler aus aller Welt, von Tel Aviv über das Silicon Valley bis nach Berlin, um Ausschau nach interessanten Start-ups zu halten, die für strategische Projekte relevant sein könnten.

„Kollaborationen sind der Wind unter den Flügeln“, sagt sie. „Durch die Zusammenarbeit mit Start-ups und anderen Unternehmen können wir unsere Vorhaben schneller realisieren. Das versetzt nicht nur unserem Team einen Energieschub: Auch den Kunden erreichen die Lösungen schneller. Wir müssen unser Silodenken überwinden.“

Els Descheemaeker
Es geht darum, dem Kunden die Arbeit so leicht wie möglich zu machen.
Els Descheemaeker, Innovation Manager

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