Am digitalen Standard messen

Jens Michael Peters wirbt für neues Denken

Am digitalen Standard messen

Online-Handel als Vorbild

Verändert Digitalisierung die Art und Weise, in der Kunden mit Energieversorgern in Kontakt treten? „Das glauben wir schon!“, sagt Jens Michael Peters, Geschäftsführer der innogy Tochter eprimo und „Mister Digital“ bei innogy. „Dies beginnt damit, wie Kunden Service in Anspruch nehmen und endet dort, wo Unternehmen völlig neue Vertriebs- und Marketingmöglichkeiten nutzen.“ Peters verweist auf das Beispiel der großen Onlineversandhäuser, die durch Digitalisierung den Kundennutzen in den Vordergrund gestellt haben. „Seit die entstanden sind, haben sich die brancheninternen Spielregeln radikal verändert, alle Wettbewerber müssen sich am digitalen Standard messen.“ Eine ähnliche Konkurrenzsituation sieht Peters in immer mehr Branchen entstehen – auch und gerade im Energiesektor. „Wir sehen hierin Chancen für unser Geschäft und möchten gleich von Beginn an diese Entwicklung mitgestalten.“


70 Prozent der Geschäfte online

Da trifft es sich, früh eigene Erfahrungen zu machen. Beim Energieversorger eprimo, wo Peters Geschäftsführer ist, werden bereits heute 70 Prozent der Geschäfte online gemacht. „Das hat für uns vor allem bedeutet: Learning. Denn die Dynamik und Gesetzmäßigkeiten im Netz stellen ganz andere Ansprüche an Funktionalität, Performance und Skalierbarkeit einer Organisation.“ Wie wir da hingekommen sind? Durch konsequentes Nutzen digitaler Technologien wie Data und dem Prinzip: testen, testen, testen.

„Schauen Sie nach links und rechts, wie Kunden und ganze Industrien das Internet für sich nutzen und erkennen Sie Ihre Handlungsfelder selbst,“ rät Peters allen Nachfolgern auf dem Pfad der digitalen Transformation. „Was sind wirklich smarte Kundenerlebnisse? Was nutzen die Kunden? Was bedeutet dies für Ihr Angebot und Ihre Prozesse? Und: Welche Chancen ergeben sich für Sie? Denken Sie dabei immer daran: Was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert“, so Peters.

Jens Michael Peters
Wir müssen uns darauf einstellen, dass unsere Kunden verstärkt das Heft des Handelns übernehmen.
Jens Michael Peters

Digitales Denken nötig

Peters warnt zugleich vor Patentrezepten. Wer seinen Kunden ein konsistentes Einkaufs- und Serviceerlebnis bieten möchte, online wie offline, müsse sämtliche Prozesse an der Schnittstelle zum Kunden konsequent digitalisieren. „Dabei reicht es aber nicht aus, vorhandene Abläufe einfach online zu stellen. Vielmehr muss man die gesamte Vertriebslogik radikal neu durchdenken, ohne Rücksicht auf 'heilige Kühe'. Entscheidungsgrundlage sind stets die Daten. Nur wenn man alle Prozesse von Anfang bis Ende 'digital denkt', kommt man zu einem brauchbaren Ergebnis.“ Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern diene dazu, Kunden zufriedener sowie das eigene Geschäft performanter und schlanker zu machen.

Dass sich auch die Energiebranche schnell durch die Digitalisierung verändern wird, davon ist Peters überzeugt. Nicht nur weil es die Regierung bereits beschlossen hat. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass unsere Kunden verstärkt das Heft des Handelns übernehmen.“ Mit ein paar Klicks ist der Energielieferant gewechselt, und in einer zunehmend dezentralen Energiewelt würden schon heute viele Betriebe und Haushalte ihre eigene Energie produzieren und managen. Mit Produkten wie SmartCompany, Shine oder SmartHome gäbe es schon einige erste Beispiele dafür, welche Art zusätzlicher Services mit digitalen Technologien möglich werden.

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