Den digitalen Wandel leben

Franziska Heintel bändigt die Blockchain

Franziska Heintel vom innogy Innovation Hub: Digitalisierung treibt Veränderung und Innovation in der Energiebranche

„Ganz vorn dabei zu sein, ist spannend“

Franziska Heintel macht irgendwas mit Blockchain. Blockchain? Das ist diese wahrhaft kryptische Technologie, die mit dezentralen Datenbank-Strukturen seit einiger Zeit im Finanzsektor für Aufregung sorgt. Vielleicht wird Blockchain auch mal den Energiesektor auf den Kopf stellen oder mindestens verändern, wie man Stromrechnungen bezahlt. Blockchain-Technologie ist überdies leider etwas, das die meisten Leute, die darüber reden, nicht wirklich erklären können. Franziska Heintel macht gar nicht erst den Versuch. „Ich bin ganz bestimmt kein Tekkie“, sagt die 23-Jährige. „Aber ich erwische mich immer häufiger beim Lesen von Tech-Büchern, in denen so etwas wie Blockchain erklärt wird. Ich finde das inzwischen cool.“ Sie kann es, das sieht man ihr an, selbst kaum glauben.

Die junge Frau, die für den innogy Innovation Hub Start-ups in Deutschland betreut und deshalb momentan fast wöchentlich in Berlin unterwegs ist, war noch vor kurzem ein „digital sceptic“, eine skeptische, zurückhaltende Betrachterin des digitalen Wandels in der Welt. „Natürlich bin ich ein digital native,“ schränkt sie ein, sie sei aufgewachsen mit Handy, Mails und sozialen Netzwerken. Dass ihr Handy ihr irgendwann mal vorgeschlagen hat, endlich nach Hause zu gehen („Du hast morgen früh einen Termin“) und ihr dabei noch den Weg zum geparkten Auto wies, fand sie dann aber doch etwas geisterhaft. „Seit ich mich näher mit Digitalisierung beschäftige, werde ich mehr und mehr zu einer Enthusiastin.“ Für sie ist es unverzichtbar nach Möglichkeiten zu suchen, den freien Austausch digitaler Daten zu nutzen, ohne die Privatsphäre des Einzelnen dabei aufzugeben. „Das wird fantastisch. Wenn man es richtig macht“, sagt sie.

„Kann das den Alltag einfacher machen?“

Heute ist sie in den Räumen der Blockchain-Vordenker von Ethereum in Berlin, um dort mit überwiegend jungen „Tekkies“ über deren neueste Ideen zu diskutieren. „Das ist sehr spannend, ganz vorn dabei zu sein“, sagt sie. In der lebhaften Start-up-Szene in Berlin wird ausprobiert, was man zum Beispiel mit Blockchain-Technologie alles machen könne. „Tekkies haben ihren ganz eigenen Blick auf die Dinge“, sagt Franziska Heintel, „für sie kann mit Blockchain also gleich die ganze Welt gerettet werden.“ Die Ansprüche von innogy seien einen Hauch bescheidener : „Wir verstehen uns als das Interface zum Otto Normalverbraucher. Kann diese Technologie den Lebensalltag unserer Kunden einfacher machen?“ Nach der Antwort auf diese Frage suche sie im Team des Innovation Hubs, in dem bei Innogy neue Ideen auch über die Energieversorgung der Zukunft hinaus gesammelt und getestet werden.

Ob sie jetzt Blockchain mal erklären könnte? Nein, will Franziska Heintel gar nicht. „Die Leute, die eine Kreditkarte nutzen, wollen ja auch nicht wissen, wie das eigentlich technisch vonstatten geht.“ Blockchain, bekannt geworden als das dezentrale Buchungssystem hinter der elektronischen Währung Bitcoin, könnte zum Beispiel die Art revolutionieren, in der man Informationen über den Stromverbrauch vom Kunden an den Lieferanten übermittelt, wie man Strom verkauft, bestellt, bezahlt. Blockchain ermöglicht einen verlässlichen, sicheren, vertraulichen Datenaustausch etwa zwischen Kunden und Dienstleister, aber auch zwischen zwei Privatparteien, ohne dass man seine Privatsphäre aufgeben muss.

Typisch für Start-ups: Nicht jede Idee, die gerade geboren wird, wird Früchte tragen. Im innogy Innovation Hub ist man darauf eingestellt. „Wir kennen auch Misserfolge und können damit umgehen.“ Doch das Ziel der jungen, hierarchisch extrem flach organisierten Truppe ist natürlich ein anderes. „Wir sind hungrig, was zu liefern. Wir wollen etwas auf die Straße bringen.“ Mit allen digitalen Mitteln.

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