innogys oberster Datenschützer Uwe Bargmann
zum Thema „Big Data“

Datenschützer Uwe Bargmann im Interview

Herr Bargmann, ich sage ‚Big Data‘ und Sie zucken als Datenschutz-Experte zusammen? Und wenn nicht, warum nicht?

Zunächst einmal ist Big Data ja ein relativ unspezifischer Begriff, jeder, der eine Menge von Daten verarbeitet, macht heute landläufig Big Data. Viele Dinge haben wir aber auch früher schon gemacht, bevor es den Begriff gab. Klar ist, dass die Verarbeitung großer Mengen von strukturierten und unstrukturierten Daten, nicht grundsätzlich mit den datenschutzrechtlichen Prinzipien, wie z.B. Zweckbindung und Datensparsamkeit, zusammenpassen. Aber in vielen Fällen ist die Verarbeitung einzelner personenbezogener Daten und Merkmale gar nicht erforderlich, da auf aggregierte oder anonymisierte Daten zurückgegriffen werden kann bzw. Daten gar keinen Personenbezug haben, z.B. Maschinendaten.

Müssen sich unsere Partner und Kunden Sorgen machen, dass Ihre Daten bei uns nicht sicher sind bzw. wir nicht korrekt damit agieren?

Ich glaube wir nehmen den Datenschutz und auch die Datensicherheit bei innogy schon sehr ernst. Natürlich wollen wir in neue Geschäftsmodelle einsteigen, die bisher von US-amerikanischen Unternehmen dominiert werden, die mit Datenschutz eher wenig am Hut haben. Aber das Vertrauen unserer Kunden ist ein key asset und vielleicht auch ein Wettbewerbsvorteil, wenn wir richtig damit umgehen. An der Zahl der Anfragen und auch Beschwerden von Kunden merken wir eindeutig, dass die Sensibilität der Kunden steigt und Sie wissen wollen, was mit Ihren Daten geschieht.

Unternehmensinteressen und schutzwürdige Interessen von Personen in einen vernünftigen und fairen Einklang bringen

Wird es in Zukunft durch zunehmende Anzahl von ‚Big Data‘-Projekten zu mehr Aufgaben bzw. Anfragen beim Datenschutz kommen? Wie ist da Ihre Einschätzung?

Auf jeden Fall. Die Digitalisierung der Energiebranche steht ja gerade erst am Anfang und die vielen Innovationsinitiativen im Konzern drehen sich letztendlich immer um Daten, meistens auch personenbezogene Daten. Zudem gibt es bis Mai 2018 teils massive Veränderungen in den nationalen und internationalen rechtlichen Rahmenbedingungen. Als Stichworte seien hier nur die neue europäische Datenschutz-Grundverordnung oder auch die neue europäische ePrivacy-Verordnung genannt. Der Wert der Daten wird sowohl für Unternehmen aber auch für jede einzelne Person zunehmen. Es kommt darauf an Unternehmensinteressen und schutzwürdige Interessen der einzelnen Personen in einen vernünftigen und fairen Einklang zu bringen.

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