Windpark der Superlative

12 Superturbinen für 90.000 Haushalte

Onshore-Windpark Zuidwester. Zwölf Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 90 Megawatt ersetzen die 50 alten Windräder. Quelle: Klaas Eissens AV Produties

Da waren’s nur noch 12

Zwölf Superturbinen erzeugen im niederländischen Noordoostpolder sauberen Strom für 90.000 Haushalte.

Direkt am IJsselmeer entsteht derzeit eines der größten Onshore-Projekte von innogy: der Windpark Zuidwester. Investitionsvolumen: über 150 Millionen Euro. Auf sieben Kilometer Länge kommen entlang des Deichs zwölf der weltweit derzeit leistungsstärksten Onshore-Windräder zum Einsatz. Über 50 Windkrafträder aus den 90ern – damals der größte Windpark Europas – wurden dafür abgebaut. Jede einzelne der neuen Superturbinen kann so viel Strom erzeugen, wie alle Anlagen des alten Windparks zusammen.

Onshore Windparks. Motor der Energiewende

Sie braucht keine Brennstoffe, geht nicht zur Neige, ist klimafreundlich und eine treibende Kraft der Energiewende: die Windenergie. In den letzten zwei Jahrzehnten hat sie sich aus der Nische heraus zur führenden Technologie für die Energiewende entwickelt.

innogy baut zurzeit in Deutschland, den Niederlanden und in Großbritannien insgesamt fünf Onshore-Projekte.

Hans Bünting, COO Erneuerbare Energien bei bei innogy SE. Quelle: RWE

"Der Bau neuer Windparks gehört zu unserem Kerngeschäft. So treiben wir die Energiewende aktiv voran."

Hans Bünting, COO Erneuerbare Energien bei innogy SE

Um Strom aus Wind möglichst kosteneffizient in den Markt zu integrieren, nutzt innogy gute Standorte optimal aus und bringt modernste Technologien zum Einsatz.

Mehr Effizienz auf gleicher Fläche

Beispiel Zuidwester: Der Park ist Teil des Projekts Noordoostpolder am IJsselmer, eines der größten europäischen Windenergie-Vorhaben. Geplant sind insgesamt 86 Windkraftanlagen an Land und im Wasser.
Diese sollen künftig rund 400.000 Haushalte – eine Stadt der Größe Amsterdams – mit klimafreundlichem Strom versorgen.

„In Zuidwester wird durch sogenanntes Repowering, die Umrüstung von alter auf neue Windkrafttechnik, technischer Fortschritt unmittelbar spürbar. Wir können so begrenzte Bodenressourcen besser nutzen und gleichzeitig unseren Beitrag zur Erreichung der niederländischen Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien und die europäische Energiewende steigern“, so Hans Bünting.

Die Bilanz der Modernisierung kann sich sehen lassen. Waren in den 90er-Jahren Anlagen mit einer Leistung von 300 Kilowatt Standard, erreichen Spitzenanlagen wie die neuen Windturbinen in Zuidwester heute 7.500 Kilowatt (7,5 Megawatt).

Bauen auf ehemaligen Meeresboden

Anfang 2014 wurde beim Projekt Zuidwester mit dem Bau der Zuwegung und Straßen begonnen. „Es folgte die Errichtung der Umspannanlage, die Verlegung der Stromkabel sowie der Bau der Fundamente und der Türme“, erläutert Rick van Mensvoort, innogy Bauleiter, die Bauphasen des Großprojekts, das auf ehemaligem Meeresboden entsteht. Denn wo heute Deich ist, plätscherten vor rund 70 Jahren noch die Wellen. Das Terrain wurde erst 1942 trockengelegt.

Vom Fundament zum Rotorstern

Mit einem Durchmesser von 26 Metern erinnern die Fundamente der Windräder an überdimensionierte Donuts.

Neben Betonpfählen mit einem Gesamtgewicht von über 20 Tonnen und bis zu 32 Metern Länge wurden pro Turbine 1400 Kubikmeter Flüssigbeton in der Unterstützungskonstruktion verarbeitet.

Wegen des weichen Bodens wurde zudem jede Kranstellfläche mit rund 2400 Pfählen verstärkt. Innerhalb eines halben Jahres wurden so 29.000 Pfähle in den Boden gebracht.

Baudokumentation vom Windpark Zuidwester. Der Bau der Fundamente. Quelle: RWE
Am IJsselmeer wird eines der weltweit größten Onshore-Fundamente gebaut. Es ist die Basis für die rund 200 Meter hohen Windkraftanlagen. Quelle: RWE

Dann folgt die Montage der Windturbine, bestehend aus Gondel, Generator, Nabe und Rotorblättern. Die Windräder liefert ENERCON. Das im norddeutschen Aurich ansässige Unternehmen verfügt über die derzeit leistungsstärkste Windturbine, die E126. Der britische Stararchitekt Sir Norman Foster leistet einen kreativen Beitrag zur europäischen Energiewende: Er entwarf das Design für das High-Tech-Windrad.

Baudokumentation vom Windpark Zuidwester. Die Montage der ersten Turbine. Quelle: RWE
Die Montage einer Turbine im Onshore Windpark Zuidwester am Ijsselmeer. Quelle: RWE

Die Rotorblätter bestehen aus zwei Teilen. Zunächst wird die erste Hälfte auf dem Boden mit der Nabe Verbunden. Die Befestigung dieses halben Rotorsterns ist ein Job in schwindelerregender Höhe. Ein Baukran hebt die Bauteile in die richtige Position. Wie in Zeitlupe bewegt sich der Rotorstern auf den Generator zu – Millimeterarbeit. Im letzten Arbeitsschritt werden dann beide verschraubt. Die Hochzeit ist geglückt. Aber ein Schritt steht noch aus: Nun werden die Spitzen der Rotorblätter nach und nach mit der zweiten Hälfte verbunden, der Rotordurchmesser beträgt nun 127 Meter. Die Windkraftanlage ist fertig errichtet und wartet auf ihre Inbetriebnahme.

Nach und nach nimmt das Leuchtturmprojekt Zuidwester Gestalt an.

Rick van Mensvoort, innogy Bauleiter im Windpark Zuidwester. Quelle: RWE

"Alle Erschließungsarbeiten sowie die Netzanbindung sind abgeschlossen und alle Türme errichtet. Die ersten Windkraftanlagen sind im Probebetrieb. In den nächsten Monaten wollen wir die restlichen Anlagen in Betrieb nehmen. Wir befinden uns voll im Zeitplan. "

Rick van Mensvoort, innogy Bauleiter

Auf einen Blick: Onshore Windpark Zuidwester

– Zwölf der weltweit größten Onshore-Windkraftanlagen (7,5 MW) ersetzen 50 ältere Anlagen

– 90 Megawatt installierte Leistung direkt am IJsselmeer

– Das Projekt hatte ein Investitionsvolumen von über 150 Millionen Euro.

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