„Ich bin ein Prosumer“

Energiemanagement von Ortsnetzen

Smart Operator steuert den Energiefluss

„Ich bin ein Prosumer“, sagt Stefan Willing. Der Ingenieur lebt genau das, womit er in seinem Job bei der innogy täglich zu tun hat: Privat ist er einer von vielen dezentralen Energieerzeugern in seiner Gemeinde. Beruflich ist er Leiter des Projekts Smart Operator und erprobt also ein Gerät, das in einem Ortsnetz den Stromfluss managt. „Die Ergebnisse meiner Arbeit haben mich überzeugt, auch privat Teil der Energiewende zu werden“, sagt der 42-Jährige stolz. Er hat 1999 in der Netzplanung angefangen und seitdem viele Photovoltaik- und Windenergieanlagen in das Netz integriert. „Dabei konnte ich die Technologie-Entwicklung der verschiedenen Anlagenhersteller mitverfolgen und dann entscheiden: Ich investiere in eine Photovoltaikanlage.“

Anforderungen an das Ortsnetz ändern sich

Es ist noch gar nicht so lange her, da floss die Energie ausschließlich vom Kraftwerk zum Endkunden. Inzwischen nehmen die Verteilnetze immer mehr Strom von vielen kleinen EEG-Anlagen auf, um diesen dann an die Verbraucher zu verteilen. „Damit haben sich die Anforderungen an die Netze verändert“, sagt Stefan Willing. Damit das funktioniert, müssen viele Komponenten zusammenspielen. Und dieses Zusammenspiel findet Willing besonders spannend. Er hat seit fünf Jahren selbst eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und speist die Energie, die er nicht selbst benötigt, in das Netz seines Stadtwerkes ein. Wenn die Sonne nicht scheint, bezieht er den Strom aus dem Netz. „Ein Speicher im Haus wäre da schon sehr hilfreich“, findet Willing als Privatmann. Als Energieexperte schaut er aber über den Tellerrand hinaus, denn es geht nicht nur um die eigene Versorgung. Wenn dezentrale Erzeugungsanlagen, Elektromobilität, Batteriespeicher und die sich ändernden Lebensgewohnheiten der Menschen bei der Energieversorgung zu berücksichtigen sind, müssen insbesondere die Netze in ländlichen Bereichen angepasst werden. „Wir brauchen im Stromnetz vor Ort eine intelligente Koordination aller angeschlossenen Erzeuger, Verbraucher und Speicher. Und genau dazu erproben wir dezentrale Lösungsansätze wie den Smart Operator“, erklärt Willing. Denn der koordiniert kleine Netze und kombiniert die vielen Akteure miteinander.

Die Ergebnisse meiner Arbeit haben mich überzeugt, auch privat Teil der Energiewende zu werden.
Stefan Willing, Leiter des Projekts Smart Operator

Smart Operator verbessert die Netzverhältnisse

Der Smart Operator ist ausgelegt auf ein Ortsnetz mit bis zu 200 Haushalten. Er schafft Transparenz in den Niederspannungsnetzen. Stefan Willing und seine Kollegen wissen, wie der Stromfluss an welcher Stelle im Netz ist und wie die Spannungsverhältnisse sind. Das Modul, gerade so groß wie ein Taschenbuch, schafft ein Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Last und verbessert die Netzverhältnisse. „Es reduziert Leistungsspitzen am Ortsnetztrafo durch die Nutzung von Netzflexibilitäten“, erklärt Willing. Das heißt, bei Stromüberschüssen wird die Energie dorthin geleitet, wo sie gebraucht wird; bei Bedarf sucht der Smart Operator nach gerade nutzbaren Quellen oder zapft Speicher an. Dazu sind die Daten aller Akteure wichtig, die in bestimmen Abständen ausgewertet werden. Was tatsächlich analysiert und verarbeitet werden darf, können die Netzteilnehmer selbst entscheiden. 
Stefan Willing hat zahlreiche Gleichgesinnte, das hat er an der hohen Beteiligungsquote beim Projekt Smart Operator gesehen. Viele der Menschen in den Testhaushalten haben sich wie er mit der Energiewende auseinandergesetzt und wollen sich auch aktiv daran beteiligen.

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